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Die CD

Brennen
Egal, ob man ein Komplett-Backup seiner mit viel Mühe optimierten Windows-Konfiguration archivieren, oder sein ganz persönliches Musikalbum als Geburtstagsgeschenk produzieren will: Die Kombination aus günstigem Preis, relativ hoher Datensicherheit und kurzen Zugriffszeiten macht die selbst gebrannte CD als Datenträger attraktiv.

Die CD-Formate
Der ISO-Standard 9660 für CDs bietet nur die absoluten Grundvoraussetzungen. So dürfen Dateinamen bei dieser Norm nicht länger als acht Zeichen sein und außer dem Unterstrich keine Sonderzeichen enthalten. CDs im ISO-Format können praktisch auf jedem PC-Betriebssystem gelesen werden.

Für zeitgemäße Betriebssysteme ist dieser Standard jedoch nur beschränkt zu gebrauchen. Das von Microsoft spezifizierte Joliet-Format unterstützt die heute üblichen Dateinamen. Allerdings lassen sich CDs mit diesem Format nur ab Windows 9x und NT lesen. Manche Brennprogramme beherrschen allerdings einen Dialekt des Joliet-Formats, der auch für andere Betriebssysteme zugänglich bleibt.

Ein anderes Problem bereitet das Multisession-Format. Im Multisession-Verfahren lassen sich CD-ROMs in mehreren Sitzungen mit Daten füllen. Doch Vorsicht: Manche ältere CD-ROM-Laufwerke können von Multisession-CDs nur die in der ersten Sitzung gebrannten Daten einlesen.

Eine weitere häufig angewandte Technik ist das sogenannte Mixed-Mode-Verfahren, mit dem sich Audio- und Daten-Tracks gleichzeitig unterbringen lassen. Besonders bei Spielen findet dieses Format oft Verwendung. Die Daten liegen dabei im ersten Track.

Beim CD-Extra-Format, das ebenfalls Audiospuren und Daten auf einer CD unterbringt, liegen die Daten auf dem letzten Track, wodurch die CD auch in einem herkömmlichen Audio-CD-Player abgespielt werden kann.

Der Brennvorgang
Beim Schreiben der CD ist der Brenner auf kontinuierliche Datenzufuhr angewiesen. Kleine Unterbrechungen fängt der Brenner durch einen internen Pufferspeicher ab. Da dieser jedoch in den meisten Fällen nur 512 KByte bis 2 MByte groß ist, darf der Byte-Nachschub nur für entsprechend kurze Zeit ausbleiben. Längere Datenlücken führen unweigerlich zum Abbruch. Meldungen wie Buffer Underrun oder zu wenig Daten im Puffer zeugen dann vom Scheitern des Brennvorgangs - und von einer unbrauchbaren CD. Wenn man ein paar Vorsichtsmaßnahmen trifft, kann man viel Geld für Rohlinge sparen. Die aktuellen Brenner arbeiten inzwischen alle mit einer Technik, die dieses Problem vermeidet.

Wer eine Audio-CD kopieren will, sollte bei einem älteren Brenner auf keinen Fall direkt von einem CD-ROM-Laufwerk auf die CD brennen. Besser ist es, grundsätzlich nur Daten direkt von der Festplatte zu brennen. Wer ganz sicher gehen will, legt mit der Brenn-Software eine Image-Datei der CD auf der Festplatte an. Dabei werden die zu brennenden Daten in einem File durchgehend auf der Festplatte abgelegt und können dann reibungslos zum Brenner weitergeleitet werden.

Auf keinen Fall sollte man den Rechner während eines Brennvorgangs mit weiteren Applikationen belasten.

Die CD-Rohlinge
Viele CDs ereilt ein frühes Ende, weil sie falsch behandelt werden. Rohlinge sind grundsätzlich wesentlich empfindlicher als Standard-CDs, die durch einen zusätzlichen Lacküberzug geschützt sind. Über einer Schicht aus Polymeren oder Flüssigkristallen liegt eine goldene oder silberne Reflexionsschicht, die alles andere als unempfindlich ist. Wer aber die folgenden Tips beachtet, kann von einer langen Lebensdauer ausgehen.

Wer seine Daten auch für die Nachwelt erhalten will, sollte schon beim Kauf auf die Qualität der Rohlinge achten. Es gibt im Handel mittlerweile drei verschiedene Sorten. Sie unterscheiden sich durch die Farbe der Unterseite, also der Seite, in der die Daten eingebrannt werden. Bei den grünlich schimmernden Datenträgern gehen die Produzenten von einer theoretischen Lebensdauer von etwa zehn Jahren aus. Bei blauen Rohlingen rechnet der Hersteller Verbatim mit einer theoretischen Datensicherheit von bis zu 100 Jahren. Die goldenen CDs erreichen gleiche Werte.
Rohlinge dürfen grundsätzlich nur auf der Oberseite beschriftet werden. Dafür eignen sich alle Filzschreiber, die ohne Lösungsmittel arbeiten. Viele Schreibwarenläden bieten spezielle Stifte für die CD-Beschriftung an. Gänzlich tabu sind Kugelschreiber und Bleistifte: Durch ihre harten Spitzen kann die Reflexionsschicht zerkratzt werden, und die CD ist unbrauchbar.

Bei Etiketten sollte man sich auf spezielle Folien für Rohlinge beschränken. Herkömmliche Etiketten können die obere Schicht der CD auflösen. Auf keinen Fall darf man das Etikett von einer CD wieder abziehen, da dabei meistens die Reflexionsschicht mit abgeht. Probleme kann man sich auch einhandeln, wenn man ein Etikett zu nahe am Rand aufklebt, so daß eine Unwucht entsteht.

Das Aufeinanderstapeln der Scheiben ohne Hülle macht den wertvollen Daten schnell den Garaus. Selbst gebrannte CDs gehören immer in eine Schutzhülle.

Die Audio-CD
Schallplatten als Tonträger haben nicht ohne Grund gegenüber der CD das Rennen verloren: Sie sind unhandlich, gehen leicht kaputt und klingen mit jedem Abspielen ein bißchen schlechter. Was liegt also näher, als die unersetzliche Plattensammlung einfach auf CDs zu brennen? An zusätzlicher Hardware braucht man dazu nur eine Soundkarte und einen Verstärker, der über einen Record-out-Ausgang verfügt. Diesen verbindet man einfach mit dem Line-in-Eingang der Soundkarte.
Wenn man jetzt eine Platte abspielt, kann man deren Inhalt direkt auf die Festplatte digitalisieren. Hierzu dient entsprechende Recorder-Software. Hat man die Schallplatte erst mal als WAV-Datei vorliegen, kann man die bösesten Knackser mit den Filterfunktionen eliminieren. Anschließend lassen sich die WAV-Dateien problemlos als Audio-Tracks auf die CD brennen. Erlaubt ist das wegen der Copyright-Bestimmungen allerdings nur für den Privatgebrauch. Das Original, also die Platte, muß einem ebenfalls gehören.